NRW startet mit Kantersieg in die DFMMdlV in Braunfels

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(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky)

Einen Fall für einen Marketingexperten nannte DSB-Vizepräsident Ralph Alt den Titel des Turniers.

Wenn selbst ein gestandener Jurist wie er, der sich berufsmäßig einer Sprache bedient hat, die wahrlich nicht im Ruf steht, besonders verständlich für den Nicht-Juristen (noch so ein Wortungetüm) zu sein, sich über die Sperrigkeit des Turniernamens beschwert, dann ist da wohl etwas dran.

Aufgrund der häufigen Austragung im malerischen Braunfels in Hessen, dürften die meisten Schachspielerinnen wohl eher den Ortsnamen als Turnierbezeichnung als den offiziellen Titel verwenden. Wenn von „Braunfels“ gesprochen wird, weiß jeder bzw. jede, woran sie ist.

Dieses Jahr wurde nach dem Ausfall 2020 und der Verschiebung in den Herbst 2021 wieder der traditionelle Fronleichnamstermin gewählt.

Die Austragung liegt in en bewährten Händen von Sebastian Swoboda. Die Verantwortung für die regelgerechte Turnierdurchführung liegt in den Händen von Roland Katz und Dan-Peter Poetke.

Die NRW-Auswahl ist Titelverteidiger. Das Präsidium sieht das Turnier eindeutig als leistungssportliche Veranstaltung an und hat daher den Anspruch mit einer titelfähigen Mannschaft anzutreten.

In diesem Jahr vertreten daher folgende Spielerinnen unseren Verband:
Brett 1: Anna Zatonskih, IM, USA, 2387, Bochumer Schachverein 02
Brett 2: Luminita Cosma, WGM, ROM, 2276, SV Hemer 1932
Brett 3: Carmen Voicu-Jagodzinsky, WGM, ROM, 2261, SV Hemer 1932
Brett 4: Inna Agrest, SWE, WIM, 2233, Düsseldorfer SK
Brett 5: Alessia Ciolacu, ROM, WFM, 2199, SV Hemer 1932
Brett 6: Hannah Kuckling, WFM, GER, 2070, Sterkrade-Nord 1920/25
Brett 7: Olena Hess, WIM, 2055, SG Ennepe-Ruhr-Süd
Brett 8: Möller, Lisa-Marie, GER, 1924, SK Blauer Springer Paderborn 1926
Reserve 1: Cordes, Jule, NED, 1841, Bielefelder SK von 1833,
Reserve 2: Sereda, Yaroslava, GER, 1698 SG Solingen

Ein großer Block wird aus Bundesligaspielerinnen des SV Hemer gebildet. Lisa-Marie Möller und Jule Cordes sind dort auch als Gastspielerinnen aktiv. Vom Bundesligaaufsteiger aus Solingen ist die Bronzemedaillengewinnerin der gerade beendeten Deutschen Jugendmeisterschaften U16w Yaroslava Sereda im Team, die auch letztes Jahr beim Titelgewinn der Mannschaft angehörte. Das Heranführen einiger unserer hochtalentierten Jugendspielerinnen soll auch ein Zeichen an den Nachwuchs sein, dass es abseits der Deutschen Ländermeisterschaften im Jugendbereich leistungssportliche Veranstaltungen für Frauen gibt.

Hannah Kuckling und Olena Hess haben bereits in früheren Jahren der NRW-Auswahl angehört und gehören zu den DWZ- und ELO-stärksten Frauen in NRW.

Erstmals ist mit Anna Zatonskih die mehrmalige US-Meisterin, die gerade als Gastspielerin mit Baden-Baden die Bundesliga gewonnen hat, im Team. Gleiches gilt für Inna Agrest, die auch schon zu zahlreichen Einsätzen für die schwedische Nationalmannschaft gekommen ist.

In Runde eins musste NRW gegen die Auswahl Badens antreten. Anna und Jule setzten aus.

Früh kam Inna nach einem gegnerischen Eröffnungsfehler zu einem ganzen Punkt. Danach musste NRW eine Weile warten, aber alle Partien entwickelten sich in die richtige Richtung.

Am Ende gewährte nur Hannah ihrer Gegnerin einen halben Punkt.

Alle anderen Spielerinnen kamen zu vollen Punkten, so dass es 7,5-0,5 hieß.

In Runde zwei steht das Duell gegen die Gastgeberinnen aus Hessen an.

Livepartien gibt es hier: https://chess24.com/en/watch/live-tournaments/german-womens-state-team-championship-2022/1/1/3

Alle Statistiken findet man hier: http://chess-results.com/tnr633818.aspx?lan=0&art=8