NRW-FRAUEN HOLEN SILBER IN BRAUNFELS

Frauenschach Schachsport

Andreas Jagodzinsky – Die NRW-Auswahl hat bei der Deutschen Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände 2026 in Braunfels einen starken zweiten Platz belegt. Hinter der topgesetzten Mannschaft aus Sachsen-Anhalt zeigte unser Team einmal mehr, dass Nordrhein-Westfalen im deutschen Frauenschach zur absoluten Spitze gehört. Besonders hoch einzuschätzen ist dieses Ergebnis deshalb, weil wegen parallel stattfindender Meisterschaften und weiterer Terminkollisionen nicht alle nominell stärksten Spielerinnen zur Verfügung standen.

Die Suche nach Spielerinnen zog sich bis fast zum letzten Tag vor dem Meldeschluss.

Nach dem unglücklichen Rückschlag in Runde 3 ließ sich die NRW-Auswahl nicht aus dem Rhythmus bringen, sondern antwortete in der Schlussphase des Turniers mit einer sehr geschlossenen Mannschaftsleistung. In Runde 4 gelang gegen Thüringen ein überzeugender 5,5:2,5-Erfolg. Volle Punkte holten Carmen Voicu-Jagodzinsky, Marina Limbourg und Emma Borriss, hinzu kamen Remisen von Lilian Schirmbeck, Sarah Fetahovic, Claudia Borriss, Heike Vogel und Johanna Kraus. Mit diesem Sieg behauptete NRW vor der letzten Runde den zweiten Tabellenplatz; nach vier Runden standen 6 Matchpunkte und 19 Brettpunkte zu Buche.

In der Schlussrunde traf Nordrhein-Westfalen auf Hessen. Für NRW gingen Carmen Voicu-Jagodzinsky, Lilian Schirmbeck, Sarah Fetahovic, Claudia Borriss, Heike Vogel, Marina Limbourg Alica Hoevelmann und Emma Borriss an die Bretter.

Schnelle Siege von Carmen und Sarah brachten uns früh in Führung. Nach einem weiteren Sieg von Heike und den Remispartien von Claudia und Marina stand es 4-1. Leider konnte Hessen aber noch ausgleichen, so dass die Buchholzwertung zwischen Bayern und uns entscheiden musste. Das Glück war auf unserer Seite.

Am Ende stand für unsere Auswahl der verdiente Vizetitel. Zum NRW-Team in Braunfels gehörten Carmen Voicu-Jagodzinsky (SV Hemer 1932), Lilian Schirmbeck (SK Halle 1946), Sarah Fetahovic (SG Solingen), Claudia Borriss (SG Siebengebirge), Heike Vogel (Schachklub Kerpen 64), Marina Limbourg (SV Mülheim-Nord 1931), Alica Hoevelmann (SV Turm Hohenlimburg 1926), Johanna Kraus (Schachfreunde Essen-Werden 1924/80) und Emma Borriss (SG Siebengebirge).

Besonders erfreulich war dabei, wie gut die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen funktionierte. Routine, Spielstärke und Gelassenheit auf der einen Seite, Mut, Energie und Unbekümmertheit auf der anderen genau diese Kombination hat die Mannschaft durch das gesamte Turnier getragen. Ebenso hervorzuheben ist der starke Zusammenhalt innerhalb des Teams. Gerade bei einem fünfrundigen Wettbewerb über mehrere Tage hinweg ist mannschaftliche Geschlossenheit oft mindestens genauso wichtig wie die Qualität an den einzelnen Brettern.

Am spielfreien Samstagnachmittag besuchte die Mannschaft gemeinsam das Schloss. in herzlicher Dank gilt deshalb allen Spielerinnen, die sich für Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt haben. Diese Bereitschaft ist keineswegs selbstverständlich, erst recht nicht in einem dicht gefüllten Turnierkalender. Umso mehr verdient es Anerkennung, dass die Mannschaft unter diesen Voraussetzungen nicht nur konkurrenzfähig war, sondern erneut eine Medaille für den Schachbund NRW gewinnen konnte.

Der zweite Platz in Braunfels ist damit weit mehr als nur ein schönes Einzelergebnis. Er ist auch ein starkes Signal für die Breite, Qualität und Entwicklung des Frauenschachs in Nordrhein-Westfalen. Auf dieser Leistung lässt sich mit großem Optimismus aufbauen.