
Dr. Andreas Junk – Der Landespokalsieger im Viererpokal heißt erneut SV Erkenschwick, nunmehr zum dritten Mal in Folge. Die ursprünglich im Erkenschwicker Mannschaftslokal angesetzte Finalrunde wurde wegen der zu erwartenden Hitzewelle kurzfristig zu den Schachfreunden aus Mülheim verlegt, da dort eine bessere Klimatisierung der Räume möglich war. Das Wetter konnte auch dort nicht ganz ignoriert werden, aber man konnte nur Schach oder das Sonnenbad genießen wollen. Da laut Ausschreibung die SV Erkenschwick und die Solinger SG für die Deutsche Pokalmannschaftsmeisterschaft vorqualifiziert waren, standen die KS Iserlohn und die SV Mülheim-Nord als NRW-Qualifikanten für die im kommenden Jahr auszutragende Pokalrunde auf Bundesebene bereits fest.
Im Halbfinale am Samstag setzen sich die Erkenschwicker mit 2,5:1,5 gegen die Solinger SG durch, wobei der spätere Finalist vom Ausfall eines Solinger Spielers profitierte, der bei der Anfahrt mit der Bahn zwischen Köln und Düsseldorf komplett ausgebremst wurde. Die kampflos erzielte Führung gaben die Erkenschwicker dann nicht mehr her und am Spitzenbrett wurde mit einem Remisschluss nach etwa vier Stunden der Mannschaftssieg im ersten Halbfinale sicher gemacht.
Die zweite Begegnung der Vorschlussrunde bestritt die Vertretung von KS Iserlohn gegen den Ausrichter aus Mülheim. Und hier konnten sich in der dritten Spielstunde die Spitzenbretter der Mülheimer klare Vorteile erspielen und ihre Mannschaft mit 2:0 in Führung bringen. Nach Berliner Wertung waren die gastgebenden Mülheimer also schon durch, doch die Iserlohner zeigten noch einmal Zähne, die mit einem vollen Zähler am vierten Brett belohnt wurden. Die Partie an Brett 3 endete Remis, so dass auch hier der Endstand von 2,5:1,5 hergestellt werden konnte.
Am Finaltag ging es im Spiel um Platz 3 zwischen der Solinger SG und KS Iserlohn um den Freiplatz in der Zwischenrunde im NRW-Pokal 2026/27, im Finale noch um den Titel des Mannschaftspokalsiegers. Und die Teams ließen sich nicht lumpen, nicht weniger als 12 der 16 Spieler waren Titelträger und die eingesetzten IMs spielten alle im Spiel um Platz 3!
Das kleine Finale ging bis in die vierte Stunde, bevor dort die Solinger mit einem Doppelschlag an den Brettern 2 und 4 eine zunächst einmal beruhigende Führung erspielen konnten. Doch die Führung war trügerisch, denn nunmehr halfen den Iserlohnern „nur noch“ zwei Siege und die hätten die Berliner Wertung auch zugunsten der Königsspringer gekippt. Nachdem am Spitzenbrett allerdings bald nach der Zeitkontrolle der noch am Vortag verhinderte Jörg Wegerle eine Chance zu einem Dauerschach bekam, war der Mannschaftskampf entschieden. Im Gegenzug konnte Guntram Hainke für die Iserlohner erneut ein Endspiel zum Endstand von 1,5:2,5 kneten und das Wochenende mit persönlichen 2/2 beenden.
Im Finale gab es eine schnelle Punkteteilung am vierten Brett, danach wurde es an den übrigen Brettern ein zähes Ringen. Den Auftakt zu mehr machten dann die Gastgeber in Person von Kevin Kahleys, der am dritten Brett sein Team in Führung bringen konnte und nunmehr die Erkenschwicker, bei denen ausnahmslos U20-Akteure das Wochenende bestritten, vorläufig unter Druck setzen. Den Ausgleich und die virtuelle Führung nach Berliner Wertung erzielte Luka Schwitkowski, der zwei Türme für die Dame gab und anschließend seine Aktivität zur Entwicklung eines Mattangriffs nutzte. Am Spitzenbrett musste nun im Duell zwischen Mykola Korchynski und Timo Küppers die Entscheidung um den Pokalsieg fallen. Bei bereits reduziertem Material spielte der Erkenschwicker Korchynski auf einen schwachen rückständigen Bauern und drohte zeitgleich ein Mattnetz aufzuziehen. Timo Küppers konnte die Niederlage am Brett abwenden und bot nach einer taktischen Wendung, die auf mehr als eine Weise im Dauerschach hätte enden können, Remis an. Korchynski nahm zum Endstand von 2:2 (Berliner Wertung 5,5:4,5 für Erkenschwick) an und krönte sein Team damit zum Pokalsieger.
